{"id":233,"date":"2026-06-17T10:59:23","date_gmt":"2026-06-17T10:59:23","guid":{"rendered":"https:\/\/franzkafka.com.br\/acervo\/?p=233"},"modified":"2026-06-17T10:59:23","modified_gmt":"2026-06-17T10:59:23","slug":"aphorismen-ii-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/franzkafka.com.br\/acervo\/2026\/06\/17\/aphorismen-ii-4\/","title":{"rendered":"Aphorismen (II, 4)"},"content":{"rendered":"\n<h6 class=\"wp-block-heading\">(Mit * gekennzeichnete Aphorismen sind in der Handschrift mit Bleistift gestrichen)<\/h6>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--1 wp-block-paragraph\">1<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der wahre Weg geht \u00fcber ein Seil, das nicht in der H\u00f6he gespannt ist, sondern knapp \u00fcber dem Boden. Es scheint mehr bestimmt stolpern zu machen, als begangen zu werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--2 wp-block-paragraph\">2<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Alle menschlichen Fehler sind Ungeduld, ein vorzeitiges Abbrechen des Methodischen, ein scheinbares Einpf\u00e4hlen der scheinbaren Sache.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--3 wp-block-paragraph\">3<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt zwei menschliche Haupts\u00fcnden, aus welchen sich alle andern ableiten: Ungeduld und L\u00e4ssigkeit. Wegen der Ungeduld sind sie aus dem Paradiese vertrieben worden, wegen der L\u00e4ssigkeit kehren sie nicht zur\u00fcck. Vielleicht aber gibt es nur eine Haupts\u00fcnde: die Ungeduld. Wegen der Ungeduld sind sie vertrieben worden, wegen der Ungeduld kehren sie nicht zur\u00fcck.*<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--4 wp-block-paragraph\">4<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Viele Schatten der Abgeschiedenen besch\u00e4ftigen sich nur damit die Fluten des Totenflusses zu belecken, weil er von uns herkommt und noch den salzigen Geschmack unserer Meere hat. Vor Ekel str\u00e4ubt sich dann der Flu\u00df, nimmt eine r\u00fcckl\u00e4ufige Str\u00f6mung und schwemmt die Toten ins Leben zur\u00fcck. Sie aber sind gl\u00fccklich, singen Danklieder und streicheln den Emp\u00f6rten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--5 wp-block-paragraph\">5<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von einem gewissen Punkt an gibt es keine R\u00fcckkehr mehr. Dieser Punkt ist zu erreichen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--6 wp-block-paragraph\">6<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der entscheidende Augenblick der menschlichen Entwicklung ist immerw\u00e4hrend. Darum sind die revolution\u00e4ren geistigen Bewegungen, welche alles fr\u00fchere f\u00fcr nichtig erkl\u00e4ren, im Recht, denn es ist noch nichts geschehn.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--7 wp-block-paragraph\">7<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eines der wirksamsten Verf\u00fchrungsmittel des B\u00f6sen ist die Aufforderung zum Kampf. Er ist wie der Kampf mit Frauen, der im Bett endet.*<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--8 wp-block-paragraph\">8\/9<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine stinkende H\u00fcndin, reichliche Kindergeb\u00e4rerin, stellenweise schon faulend, die aber in meiner Kindheit mir alles war, die in Treue unaufh\u00f6rlich mir folgt, die ich zu schlagen mich nicht \u00fcberwinden kann, vor der ich aber, selbst ihren Atem scheuend, schrittweise nach r\u00fcckw\u00e4rts weiche und die mich doch, wenn ich mich nicht anders entscheide, &#8216;in den schon sichtbaren Mauerwinkel dr\u00e4ngen wird, um dort auf mir und mit mir g\u00e4nzlich zu verwesen, bis zum Ende \u2013 ehrt es mich? \u2013 das Eiter- und Wurm-Fleisch ihrer Zunge an meiner Hand.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--9 wp-block-paragraph\">10<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">A. ist sehr aufgeblasen, er glaubt im Guten weit vorgeschritten zu sein, da er, offenbar als ein immer verlockenderer Gegenstand immer mehr Versuchungen aus ihm bisher ganz unbekannten Richtungen sich ausgesetzt f\u00fchlt. Die richtige Erkl\u00e4rung ist aber die, da\u00df ein gro\u00dfer Teufel in ihm Platz genommen hat und die Unzahl der Kleineren herbeikommt, um dem Gro\u00dfen zu dienen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--10 wp-block-paragraph\">11\/12<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Verschiedenheit der Anschauungen, die man etwa von einem Apfel haben kann: die Anschauung des kleinen Jungen, der den Hals strecken mu\u00df, um noch knapp den Apfel auf der Tischplatte zu sehn und die Anschauung des Hausherrn, der den Apfel nimmt und frei dem Tischgenossen reicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--11 wp-block-paragraph\">13<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein erstes Zeichen beginnender Erkenntnis ist der Wunsch zu sterben. Dieses Leben scheint unertr\u00e4glich, ein anderes unerreichbar. Man sch\u00e4mt sich nicht mehr, sterben zu wollen; man bittet aus der alten Zelle, die man ha\u00dft, in eine neue gebracht zu werden, die man erst hassen lernen wird. Ein Rest von Glauben wirkt dabei mit, w\u00e4hrend des Transportes werde zuf\u00e4llig der Herr durch den Gang kommen, den Gefangenen ansehn und sagen: &#8220;Diesen sollt Ihr nicht wieder einsperren. Er kommt zu mir. &#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">14<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Giengest Du \u00fcber eine Ebene, h\u00e4ttest den guten Willen zu gehn und machtest doch R\u00fcckschritte, dann w\u00e4re es eine verzweifelte Sache; da Du aber einen steilen Abhang hinaufkletterst, so steil etwa, wie Du selbst von unten gesehen bist, k\u00f6nnen die R\u00fcckschritte auch nur durch die Bodenbeschaffenheit verursacht sein und Du mu\u00dft nicht verzweifeln.*<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--12 wp-block-paragraph\">15<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie ein Weg im Herbst: kaum ist er rein gekehrt, bedeckt er sich wieder mit den trockenen Bl\u00e4ttern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--13 wp-block-paragraph\">16<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein K\u00e4fig ging einen Vogel suchen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--14 wp-block-paragraph\">17<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">An diesem Ort war ich noch niemals: anders geht der Atem, blendender als die Sonne strahlt neben ihr ein Stern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--15 wp-block-paragraph\">18<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn es m\u00f6glich gewesen w\u00e4re, den Turm von Babel zu erbauen, ohne ihn zu erklettern, es w\u00e4re erlaubt worden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--16 wp-block-paragraph\">19<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">La\u00df Dich vom B\u00f6sen nicht glauben machen, Du k\u00f6nntest vor ihm Geheimnisse haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--17 wp-block-paragraph\">20<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Leoparden brechen in den Tempel ein und saufen die Opferkr\u00fcge leer; das wiederholt sich immer wieder; schlie\u00dflich kann man es vorausberechnen und es wird ein Teil der Ceremonie.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--18 wp-block-paragraph\">21<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So fest wie die Hand den Stein h\u00e4lt. Sie h\u00e4lt ihn aber fest nur um ihn desto weiter zu verwerfen. Aber auch in jene Weite f\u00fchrt der Weg.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--19 wp-block-paragraph\">22<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Du bist die Aufgabe. Kein Sch\u00fcler weit und breit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--20 wp-block-paragraph\">23<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vom wahren Gegner f\u00e4hrt grenzenloser Mut in Dich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--21 wp-block-paragraph\">24<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Gl\u00fcck begreifen, da\u00df der Boden, auf dem Du stehst, nicht gr\u00f6\u00dfer sein kann, als die zwei F\u00fc\u00dfe ihn bedecken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--22 wp-block-paragraph\">25<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie kann man sich \u00fcber die Welt freuen, au\u00dfer wenn man zu ihr fl\u00fcchtet?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--23 wp-block-paragraph\">26<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Verstecke sind unz\u00e4hlige, Rettung nur eine, aber M\u00f6glichkeiten der Rettung wieder soviele wie Verstecke.*<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt ein Ziel, aber keinen Weg; was wir Weg nennen, ist Z\u00f6gern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--24 wp-block-paragraph\">27<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Negative zu tun, ist uns noch auferlegt, das Positive ist uns schon gegeben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--25 wp-block-paragraph\">28<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn man einmal das B\u00f6se bei sich aufgenommen hat, verlangt es nicht mehr, da\u00df man ihm glaube.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--26 wp-block-paragraph\">29<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Hintergedanken, mit denen Du das B\u00f6se in Dir aufnimmst, sind nicht die Deinen, sondern die des B\u00f6sen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Tier entwindet dem Herrn die Peitsche und peitscht sich selbst um Herr zu werden und wei\u00df nicht da\u00df das nur eine Phantasie ist, erzeugt durch einen neuen Knoten im Peitschenriemen des Herrn.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--27 wp-block-paragraph\">30<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Gute ist in gewissem Sinne trostlos.*<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--28 wp-block-paragraph\">31<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach Selbstbeherrschung strebe ich nicht. Selbstbeherrschung hei\u00dft: an einer zuf\u00e4lligen Stelle der unendlichen Ausstrahlungen meiner geistigen Existenz wirken wollen. Mu\u00df ich aber solche Kreise um mich ziehn, dann tue ich es besser unt\u00e4tig im blo\u00dfen Anstaunen des ungeheuerlichen Komplexes und nehme nur die St\u00e4rkung, die e contrario dieser Anblick gibt, mit nachhause.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--29 wp-block-paragraph\">32<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kr\u00e4hen behaupten, eine einzige Kr\u00e4he k\u00f6nnte den Himmel zerst\u00f6ren. Das ist zweifellos, beweist aber nichts gegen den Himmel, denn Himmel bedeuten eben: Unm\u00f6glichkeit von Kr\u00e4hen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--30 wp-block-paragraph\">33<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die M\u00e4rtyrer untersch\u00e4tzen den Leib nicht, sie lassen ihn auf dem Kreuz erh\u00f6hn, darin sind sie mit ihren Gegnern einig.*<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--31 wp-block-paragraph\">34<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sein Ermatten ist das des Gladiators nach dem Kampf, seine Arbeit war das Wei\u00df t\u00fcnchen eines Winkels in einer Beamtenstube.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--32 wp-block-paragraph\">35<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt kein Haben, nur ein Sein, nur ein nach letztem Atem, nach Ersticken verlangendes Sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--33 wp-block-paragraph\">36<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Fr\u00fcher begriff ich nicht, warum ich auf meine Frage keine Antwort bekam, heute begreife ich nicht, wie ich glauben konnte fragen zu k\u00f6nnen. Aber ich glaubte ja gar nicht, ich fragte nur.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--34 wp-block-paragraph\">37<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seine Antwort auf die Behauptung, er besitze vielleicht, sei aber nicht, war nur Zittern und Herzklopfen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--35 wp-block-paragraph\">38<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Einer staunte dar\u00fcber, wie leicht er den Weg der Ewigkeit gieng; er raste ihn n\u00e4mlich abw\u00e4rts.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--36 wp-block-paragraph\">39<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dem B\u00f6sen kann man nicht in Raten zahlen \u2013 und versucht es unaufh\u00f6rlich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es w\u00e4re denkbar da\u00df Alexander der Gro\u00dfe trotz der kriegerischen Erfolge seiner Jugend, trotz des ausgezeichneten Heeres, das er ausgebildet hatte, trotz der auf Ver\u00e4nderung der Welt gerichteten Kr\u00e4fte die er in sich f\u00fchlte, am Hellespont stehn geblieben und ihn nie \u00fcberschritten h\u00e4tte undzwar nicht aus Furcht, nicht aus Unentschlossenheit, nicht aus Willensschw\u00e4che, sondern aus Erdenschwere.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--37 wp-block-paragraph\">39a<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Weg ist unendlich, da ist nichts abzuziehn, nichts zuzugeben und doch h\u00e4lt doch jeder noch seine eigene kindliche Elle daran. &#8220;Gewi\u00df auch diese Elle Wegs mu\u00dft Du noch gehn, es wird Dir nicht vergessen werden. &#8220;*<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--38 wp-block-paragraph\">40<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nur unser Zeitbegriff l\u00e4\u00dft uns das J\u00fcngste Gericht so nennen, eigentlich ist es ein Standrecht.*<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--39 wp-block-paragraph\">41<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Mi\u00dfverh\u00e4ltnis der Welt scheint tr\u00f6stlicherweise nur ein zahlenm\u00e4\u00dfiges zu sein.&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--40 wp-block-paragraph\">42<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Den ekel- und ha\u00dfer f\u00fcllten Kopf auf die Brust senken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--41 wp-block-paragraph\">43<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Noch spielen die Jagdhunde im Hof, aber das Wild entgeht ihnen nicht, so sehr es jetzt schon durch die W\u00e4lder jagt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--42 wp-block-paragraph\">44<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">L\u00e4cherlich hast Du Dich aufgeschirrt f\u00fcr diese Welt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--43 wp-block-paragraph\">45<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Je mehr Pferde Du anspannst, desto rascher gehts \u2013 n\u00e4mlich nicht das Ausrei\u00dfen des Blocks aus dem Fundament, was unm\u00f6glich ist, aber das Zerrei\u00dfen der Riemen und damit die leere fr\u00f6hliche Fahrt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--44 wp-block-paragraph\">46<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Wort &#8220;sein&#8221; bedeutet im Deutschen beides: Dasein und Ihm-geh\u00f6ren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--45 wp-block-paragraph\">47<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es wurde ihnen die Wahl gestellt K\u00f6nige oder der K\u00f6nige Kuriere zu werden. Nach Art der Kinder wollten alle Kuriere sein. Deshalb gibt es lauter Kuriere, sie jagen durch die Welt und rufen, da es keine K\u00f6nige gibt, einander selbst die sinnlos gewordenen Meldungen zu. Gerne w\u00fcrden sie ihrem elenden Leben ein Ende machen, aber sie wagen es nicht wegen des Diensteides.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--46 wp-block-paragraph\">48<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">An Fortschritt glauben hei\u00dft nicht glauben da\u00df ein Fortschritt schon geschehen ist. Das w\u00e4re kein Glauben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--47 wp-block-paragraph\">49<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">A. ist ein Virtuose und der Himmel ist sein Zeuge.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--48 wp-block-paragraph\">50<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Mensch kann nicht leben ohne ein dauerndes Vertrauen zu etwas Unzerst\u00f6rbarem in sich, wobei sowohl das Unzerst\u00f6rbare als auch das Vertrauen ihm dauernd verborgen bleiben k\u00f6nnen. Eine der Ausdrucksm\u00f6glichkeiten dieses Verborgen-Bleibens ist der Glaube an einen pers\u00f6nlichen Gott.*<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--49 wp-block-paragraph\">51<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es bedurfte der Vermittlung der Schlange: das B\u00f6se kann den Menschen verf\u00fchren, aber nicht Mensch werden.&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--50 wp-block-paragraph\">52<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Kampf zwischen Dir und der Welt sekundiere der Welt.*<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--51 wp-block-paragraph\">53<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Man darf niemanden betr\u00fcgen, auch nicht die Welt um ihren Sieg.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--52 wp-block-paragraph\">54<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt nichts anderes als eine geistige Welt; was wir sinnliche Welt nennen ist das B\u00f6se in der geistigen und was wir b\u00f6se nennen ist nur eine Notwendigkeit eines Augenblicks unserer ewigen Entwicklung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit st\u00e4rkstem Licht kann man die Welt aufl\u00f6sen. Vor schwachen Augen wird sie fest, vor noch schw\u00e4cheren bekommt sie F\u00e4uste, vor noch schw\u00e4cheren wird sie schamhaft und zerschmettert den, der sie anzuschauen wagt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--53 wp-block-paragraph\">55<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Alles ist Betrug: das Mindestma\u00df der T\u00e4uschungen suchen, im \u00fcblichen bleiben, das H\u00f6chstma\u00df suchen. Im ersten Fall betr\u00fcgt man das Gute, indem man sich dessen Erwerbung zu leicht machen will, das B\u00f6se, indem man ihm allzu ung\u00fcnstige Kampfbedingungen setzt. Im zweiten Fall betr\u00fcgt man das Gute, indem man also nicht einmal im Irdischen nach ihm strebt. Im dritten Fall betr\u00fcgt man das Gute, indem man sich m\u00f6glichst weit von ihm entfernt, das B\u00f6se, indem man hofft, durch seine H\u00f6chststeigerung es machtlos zu machen. Vorzuziehn w\u00e4re also hienach der zweite Fall, denn das Gute betr\u00fcgt man immer, das B\u00f6se in diesem Fall, wenigstens dem Anschein nach, nicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--54 wp-block-paragraph\">56<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt Fragen, \u00fcber die wir nicht hinwegkommen k\u00f6nnten, wenn wir nicht von Natur aus von ihnen befreit w\u00e4ren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--55 wp-block-paragraph\">57<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Sprache kann f\u00fcr alles au\u00dferhalb der sinnlichen Welt nur andeutungsweise, aber niemals auch nur ann\u00e4hernd vergleichsweise gebraucht werden, da sie entsprechend der sinnlichen Welt nur vom Besitz und seinen Beziehungen handelt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--56 wp-block-paragraph\">58<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Man l\u00fcgt m\u00f6glichst wenig, nur wenn man m\u00f6glichst wenig l\u00fcgt, nicht wenn man m\u00f6glichst wenig Gelegenheit dazu hat.*<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--57 wp-block-paragraph\">59<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine durch Schritte nicht tief ausgeh\u00f6hlte Treppenstufe ist, von sich selbst aus gesehn, nur etwas \u00f6de zusammengef\u00fcgtes H\u00f6lzernes.&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--58 wp-block-paragraph\">60<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer der Welt entsagt, mu\u00df alle Menschen lieben, denn er entsagt auch ihrer Welt. Er beginnt daher das wahre menschliche Wesen zu ahnen, das nicht anders als geliebt werden kann, vorausgesetzt da\u00df man ihm ebenb\u00fcrtig ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--59 wp-block-paragraph\">61<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer innerhalb der Welt seinen N\u00e4chsten liebt tut nicht mehr und nicht weniger Unrecht als wer innerhalb der Welt sich selbst liebt. Es bliebe nur die Frage, ob das erstere m\u00f6glich ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--60 wp-block-paragraph\">62<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Tatsache, da\u00df es nichts anderes gibt als eine geistige Welt, nimmt uns die Hoffnung und gibt uns die Gewi\u00dfheit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--61 wp-block-paragraph\">63<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unsere Kunst ist ein von der Wahrheit Geblendet-Sein: Das Licht auf dem zur\u00fcckweichenden Fratzengesicht ist wahr, sonst nichts.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--62 wp-block-paragraph\">64<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Vertreibung aus dem Paradies ist in ihrem Hauptteil ewig: Es ist also zwar die Vertreibung aus dem Paradies endgiltig, das Leben in der Welt unausweichlich, die Ewigkeit des Vorgangs aber macht es trotzdem m\u00f6glich, da\u00df wir nicht nur dauernd im Paradiese bleiben k\u00f6nnten, sondern tats\u00e4chlich dort dauernd sind, gleichg\u00fcltig ob wir es hier wissen oder nicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--63 wp-block-paragraph\">66<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er ist ein freier und gesicherter B\u00fcrger der Erde, denn er ist an eine Kette gelegt, die lang genug ist, um ihm alle irdischen R\u00e4ume frei zu geben und doch nur so lang, da\u00df nichts ihn \u00fcber die Grenzen der Erde rei\u00dfen kann. Gleichzeitig aber ist er auch ein freier und gesicherter B\u00fcrger des Himmels, denn er ist auch an eine \u00e4hnlich berechnete Himmelskette gelegt. Will er nun auf die Erde drosselt ihn das Halsband des Himmels, will er in den Himmel jenes der Erde. Und trotzdem hat er alle M\u00f6glichkeiten und f\u00fchlt es, ja er weigert sich sogar das Ganze auf einen Fehler bei der ersten Fesselung zur\u00fcckzuf\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--64 wp-block-paragraph\">67<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er l\u00e4uft den Tatsachen nach wie ein Anf\u00e4nger im Schlittschuhlaufen, der \u00fcberdies irgendwo \u00fcbt, wo es verboten ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--65 wp-block-paragraph\">68<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was ist fr\u00f6hlicher als der Glaube an einen Hausgott!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--66 wp-block-paragraph\">69<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Theoretisch gibt es eine vollkommene Gl\u00fccksm\u00f6glichkeit: An das Unzerst\u00f6rbare in sich glauben und nicht zu ihm streben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--67 wp-block-paragraph\">70\/71<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Unzerst\u00f6rbare ist eines; jeder einzelne Mensch ist es und gleichzeitig ist es allen gemeinsam, daher die beispiellos untrennbare Verbindung der Menschen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--68 wp-block-paragraph\">72<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt im gleichen Menschen Erkenntnisse, die bei v\u00f6lliger Verschiedenheit doch das gleiche Objekt haben, soda\u00df wieder nur auf verschiedene Subjekte im gleichen Menschen r\u00fcckgeschlossen werden mu\u00df.&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--69 wp-block-paragraph\">73<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er fri\u00dft den Abfall vom eigenen Tisch; dadurch wird er zwar ein Weilchen lang satter als alle, verlernt aber oben vom Tisch zu essen; dadurch h\u00f6rt dann aber auch der Abfall auf.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--70 wp-block-paragraph\">74<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn das, was im Paradies zerst\u00f6rt worden sein soll, zerst\u00f6rbar war, dann war es nicht entscheidend; war es aber unzerst\u00f6rbar, dann leben wir in einem falschen Glauben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--71 wp-block-paragraph\">75<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Pr\u00fcfe Dich an der Menschheit. Den Zweifelnden macht sie zweifeln, den Glaubenden glauben.&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--72 wp-block-paragraph\">76<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieses Gef\u00fchl: &#8220;hier ankere ich nicht&#8221; und gleich die wogende tragende Flut um sich f\u00fchlen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Umschwung. Lauernd, \u00e4ngstlich, hoffend umschleicht die Antwort die Frage, sucht verzweifelt in ihrem unzug\u00e4nglichen Gesicht, folgt ihr auf den sinnlosesten d. h. von der Antwort m\u00f6glichst wegstrebenden Wegen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--73 wp-block-paragraph\">77<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Verkehr mit Menschen verf\u00fchrt zur Selbstbeobachtung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--74 wp-block-paragraph\">78<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Geist wird erst frei, wenn er aufh\u00f6rt, Halt zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--75 wp-block-paragraph\">79<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die sinnliche Liebe t\u00e4uscht \u00fcber die himmlische hinweg; allein k\u00f6nnte sie es nicht, aber da sie das Element der himmlischen Liebe unbewu\u00dft in sich hat, kann sie es.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--76 wp-block-paragraph\">80<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wahrheit ist unteilbar, kann sich also selbst nicht erkennen; wer sie erkennen will, mu\u00df L\u00fcge sein.*<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--77 wp-block-paragraph\">81<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Niemand kann verlangen, was ihm im letzten Grunde schadet. Hat es beim einzelnen Menschen doch diesen Anschein \u2013 und den hat es vielleicht immer \u2013 so erkl\u00e4rt sich dies dadurch, da\u00df jemand im Menschen etwas verlangt, was diesem jemand zwar n\u00fctzt, aber einem zweiten jemand, der halb zur Beurteilung des Falles herangezogen wird, schwer schadet. H\u00e4tte sich der Mensch gleich anfangs, nicht erst bei der Beurteilung auf Seite des zweiten jemand gestellt, w\u00e4re der erste jemand erloschen und mit ihm das Verlangen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--78 wp-block-paragraph\">82<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Warum klagen wir wegen des S\u00fcndenfalls? Nicht seinetwegen sind wir aus dem Paradiese vertrieben worden, sondern wegen des Baumes des Lebens, damit wir nicht von ihm essen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--79 wp-block-paragraph\">83<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir sind nicht nur deshalb s\u00fcndig, weil wir vom Baum der Erkenntnis gegessen haben, sondern auch deshalb, weil wir vom Baum des Lebens noch nicht gegessen haben. S\u00fcndig ist der Stand, in dem wir uns befinden, unabh\u00e4ngig von Schuld.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--80 wp-block-paragraph\">84<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir wurden geschaffen, um im Paradies zu leben, das Paradies war bestimmt uns zu dienen. Unsere Bestimmung ist ge\u00e4ndert worden; da\u00df dies auch mit der Bestimmung des Paradieses geschehen w\u00e4re, wird nicht gesagt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--81 wp-block-paragraph\">85<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das B\u00f6se ist eine Ausstrahlung des menschlichen Bewu\u00dftseins in bestimmten \u00dcbergangsstellungen. Nicht eigentlich die sinnliche Welt ist Schein, sondern ihr B\u00f6ses, das allerdings f\u00fcr unsere Augen die sinnliche Welt bildet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--82 wp-block-paragraph\">86<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seit dem S\u00fcndenfall sind wir in der F\u00e4higkeit zur Erkenntnis des Guten und B\u00f6sen im Wesentlichen gleich; trotzdem suchen wir gerade hier unsere besonderen Vorz\u00fcge. Aber erst jenseits dieser Erkenntnis beginnen die wahren Verschiedenheiten. Der gegenteilige Schein wird durch Folgendes hervorgerufen: Niemand kann sich mit der Erkenntnis allein begn\u00fcgen, sondern mu\u00df sich bestreben, ihr gem\u00e4\u00df zu handeln. Dazu aber ist ihm die Kraft nicht mitgegeben, er mu\u00df daher sich zerst\u00f6ren, selbst auf die Gefahr hin, sogar dadurch die notwendige Kraft nicht zu erhalten, aber es bleibt ihm nichts anderes \u00fcbrig als dieser letzte Versuch. (Das ist auch der Sinn der Todesdrohung beim Verbot des Essens vom Baume der Erkenntnis; vielleicht ist das auch der urspr\u00fcngliche Sinn des nat\u00fcrlichen Todes.) Vor diesem Versuch nun f\u00fcrchtet er sich; lieber will er die Erkenntnis des Guten und B\u00f6sen r\u00fcckg\u00e4ngig machen; (die Bezeichnung: &#8220;S\u00fcndenfall&#8221; geht auf diese Angst zur\u00fcck) aber das Geschehene kann nicht r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht, sondern nur getr\u00fcbt werden. Zu diesem Zweck entstehen die Motivationen. Die ganze Welt ist ihrer voll, ja die ganze sichtbare Welt ist vielleicht nichts anderes, als eine Motivation des einen Augenblick lang ruhenwollenden Menschen. Ein Versuch, die Tatsache der Erkenntnis zu f\u00e4lschen, die Erkenntnis erst zum Ziel zu machen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--83 wp-block-paragraph\">87<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Glaube wie ein Fallbeil, so schwer, so leicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--84 wp-block-paragraph\">88<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Tod ist vor uns, etwa wie im Schulzimmer an der Wand ein Bild der Alexanderschlacht. Es kommt darauf an, durch unsere Taten noch in diesem Leben das Bild zu verdunkeln oder gar auszul\u00f6schen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--85 wp-block-paragraph\">90<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zwei M\u00f6glichkeiten: sich unendlich klein machen oder es sein. Das erste ist Vollendung also Unt\u00e4tigkeit, das zweite Beginn, also Tat.*<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--86 wp-block-paragraph\">91<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zur Vermeidung eines Wort-Irrtums: Was t\u00e4tig zerst\u00f6rt werden soll, mu\u00df vorher ganz fest gehalten worden sein; was zerbr\u00f6ckelt, zerbr\u00f6ckelt, kann aber nicht zerst\u00f6rt werden.*<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--87 wp-block-paragraph\">92<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die erste G\u00f6tzenanbetung war gewi\u00df Angst vor den Dingen, aber damit zusammenh\u00e4ngend Angst vor der Notwendigkeit der Dinge und damit zusammenh\u00e4ngend Angst vor der Verantwortung f\u00fcr die Dinge. So ungeheuer erschien diese Verantwortung da\u00df man sie nicht einmal einem einzigen Au\u00dfermenschlichen aufzuerlegen wagte, denn auch durch Vermittlung blo\u00df eines Wesens w\u00e4re die menschliche Verantwortung noch nicht genug erleichtert worden, der Verkehr mit nur einem Wesen w\u00e4re noch allzusehr von Verantwortung befleckt gewesen, deshalb gab man jedem Ding die Verantwortung f\u00fcr sich selbst, mehr noch, man gab diesen Dingen auch noch eine verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfige Verantwortung f\u00fcr den Menschen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--88 wp-block-paragraph\">93<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zum letztenmal Psychologie!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--89 wp-block-paragraph\">94<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zwei Aufgaben des Lebensanfangs: Deinen Kreis immer mehr einschr\u00e4nken und immer wieder nachpr\u00fcfen, ob Du Dich nicht irgendwo au\u00dferhalb Deines Kreises versteckt h\u00e4ltst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--90 wp-block-paragraph\">95<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das B\u00f6se ist manchmal in der Hand wie ein Werkzeug, erkannt oder unerkannt, l\u00e4\u00dft es sich, wenn man den Willen hat, ohne Widerspruch zur Seite legen.*<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--91 wp-block-paragraph\">96<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Freuden dieses Lebens sind nicht die seinen, sondern unsere Angst vor dem Aufsteigen in ein h\u00f6heres Leben; die Qualen dieses Lebens sind nicht die seinen, sondern unsere Selbstqual wegen jener Angst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--92 wp-block-paragraph\">97<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nur hier ist Leiden Leiden. Nicht so, als ob die, welche hier leiden, anderswo wegen dieses Leidens erh\u00f6ht werden sollen, sondern so, da\u00df das was in dieser Welt Leiden hei\u00dft, in einer andern Welt, unver\u00e4ndert und nur befreit von seinem Gegensatz, Seligkeit ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--93 wp-block-paragraph\">98<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Vorstellung von der unendlichen Weite und F\u00fclle des Kosmos ist das Ergebnis der zum \u00c4u\u00dfersten getriebenen Mischung von m\u00fchevoller Sch\u00f6pfung und freier Selbstbesinnung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--94 wp-block-paragraph\">99<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wieviel bedr\u00fcckender als die unerbittlichste \u00dcberzeugung von unserem gegenw\u00e4rtigen s\u00fcndhaften Stand ist selbst die schw\u00e4chste \u00dcberzeugung von der einstigen ewigen Rechtfertigung unserer Zeitlichkeit. Nur die Kraft im Ertragen dieser zweiten \u00dcberzeugung, welche in ihrer Reinheit die erste voll umfa\u00dft, ist das Ma\u00df des Glaubens.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Manche nehmen an, da\u00df neben dem gro\u00dfen Urbetrug noch in jedem Fall eigens f\u00fcr sie ein kleiner besonderer Betrug veranstaltet wird, da\u00df also wenn ein Liebesspiel auf der B\u00fchne aufgef\u00fchrt wird, die Schauspielerin au\u00dfer dem verlogenen L\u00e4cheln f\u00fcr ihren Geliebten auch noch ein besonders hinterh\u00e4ltiges L\u00e4cheln f\u00fcr den ganz bestimmten Zuschauer auf der letzten Gallerie hat. Das hei\u00dft zu weit gehn.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--95 wp-block-paragraph\">100<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es kann ein Wissen vom Teuflischen geben, aber keinen Glauben daran, denn mehr Teuflisches, als da ist, gibt es nicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--96 wp-block-paragraph\">101<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die S\u00fcnde kommt immer offen und ist mit den Sinnen gleich zu fassen. Sie geht auf ihren Wurzeln und mu\u00df nicht ausgerissen werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--97 wp-block-paragraph\">102<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Alle Leiden um uns m\u00fcssen auch wir leiden. Wir alle haben nicht einen Leib aber ein Wachstum und das f\u00fchrt uns durch alle Schmerzen, ob in dieser oder jener Form. So wie das Kind durch alle Lebensstadien bis zum Greis und zum Tod sich entwickelt (und jedes Stadium im Grunde dem fr\u00fcheren, im Verlangen oder in Furcht, unerreichbar scheint) ebenso entwickeln wir uns (nicht weniger tief mit der Menschheit verbunden als mit uns selbst) durch alle Leiden dieser Welt. F\u00fcr Gerechtigkeit ist in diesem Zusammenhang kein Platz, aber auch nicht f\u00fcr Furcht vor den Leiden oder f\u00fcr die Auslegung des Leidens als eines Verdienstes.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">103<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Du kannst Dich zur\u00fcckhalten von den Leiden der Welt, das ist Dir freigestellt und entspricht Deiner Natur, aber vielleicht ist gerade dieses Zur\u00fcckhalten das einzige Leid, das Du vermeiden k\u00f6nntest.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--98 wp-block-paragraph\">104<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Mensch hat freien Willen undzwar dreierlei:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Erstens war er frei, als er dieses Leben wollte; jetzt kann er es allerdings nicht mehr r\u00fcckg\u00e4ngig machen, denn er ist nicht mehr jener, der es damals wollte, es w\u00e4re denn insoweit, als er seinen damaligen Willen ausf\u00fchrt, indem er lebt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zweitens ist er frei, indem er die Gangart und den Weg dieses Lebens w\u00e4hlen kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Drittens ist er frei, indem er als derjenige, der er einmal wieder sein wird, den Willen hat, sich unter jeder Bedingung durch das Leben gehn und auf diese Weise zu sich kommen zu lassen undzwar auf einem zwar w\u00e4hlbaren, aber jedenfalls derartig labyrinthischen Weg, da\u00df er kein Fleckchen dieses Lebens unber\u00fchrt l\u00e4\u00dft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist das Dreierlei des freien Willens, es ist aber auch, da es gleichzeitig ist, ein Einerlei und ist im Grunde so sehr Einerlei, da\u00df es keinen Platz hat f\u00fcr einen Willen, weder f\u00fcr einen freien noch unfreien.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--99 wp-block-paragraph\">105<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Verf\u00fchrungsmittel dieser Welt sowie das Zeichen der B\u00fcrgschaft daf\u00fcr, da\u00df diese Welt nur ein \u00dcbergang ist, ist das gleiche. Mit Recht, denn nur so kann uns diese Welt verf\u00fchren und es entspricht der Wahrheit. Das Schlimme ist aber, da\u00df wir nach gegl\u00fcckter Verf\u00fchrung die B\u00fcrgschaft vergessen und so eigentlich das Gute uns ins B\u00f6se, der Blick der Frau in ihr Bett gelockt hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--100 wp-block-paragraph\">106<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Demut gibt jedem, auch dem einsam Verzweifelnden das st\u00e4rkste Verh\u00e4ltnis zum Mitmenschen undzwar sofort, allerdings nur bei v\u00f6lliger und dauernder Demut. Sie kann das deshalb, weil sie die wahre Gebetsprache ist, gleichzeitig Anbetung und festeste Verbindung. Das Verh\u00e4ltnis zum Mitmenschen ist das Verh\u00e4ltnis des Gebetes, das Verh\u00e4ltnis zu sich das Verh\u00e4ltnis des Strebens; aus dem Gebet wird die Kraft f\u00fcr das Streben geholt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kannst Du denn etwas anderes kennen als Betrug? Wird einmal der Betrug vernichtet darfst Du ja nicht hinsehn oder Du wirst zur Salzs\u00e4ule.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--101 wp-block-paragraph\">107<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Alle sind zu A. sehr freundlich, so etwa wie man ein ausgezeichnetes Billard selbst vor guten Spielern sorgf\u00e4ltig zu bewahren sucht, solange bis der gro\u00dfe Spieler kommt, das Brett genau untersucht, keinen vorzeitigen Fehler duldet, dann aber, wenn er selbst zu spielen anf\u00e4ngt, sich auf die r\u00fccksichtsloseste Weise ausw\u00fctet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--102 wp-block-paragraph\">108<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8220;Dann aber kehrte er zu seiner Arbeit zur\u00fcck, so wie wenn nichts geschehen w\u00e4re. &#8221; Das ist eine Bemerkung, die uns aus einer unklaren F\u00fclle alter Erz\u00e4hlungen gel\u00e4ufig ist, trotzdem sie vielleicht in keiner vorkommt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-annotation is-style-text-annotation--103 wp-block-paragraph\">109<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8220;Da\u00df es uns an Glauben fehle, kann man nicht sagen. Allein die einfache Tatsache unseres Lebens ist in ihrem Glaubenswert gar nicht auszusch\u00f6pfen. &#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8220;Hier w\u00e4re ein Glaubenswert? Man kann doch nicht nicht-leben.&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8220;Eben in diesem \u00abkann doch nicht\u00bb steckt die wahnsinnige Kraft des Glaubens; in dieser Verneinung bekommt sie Gestalt.&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist nicht notwendig, da\u00df Du aus dem Haus gehst. Bleib bei Deinem Tisch und horche. Horche nicht einmal, warte nur. Warte nicht einmal, sei v\u00f6llig still und allein. Anbieten wird sich Dir die Welt zur Entlarvung, sie kann nicht anders, verz\u00fcckt wird sie sich vor Dir winden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(Mit * gekennzeichnete Aphorismen sind in der Handschrift mit Bleistift gestrichen) 1 Der wahre Weg geht \u00fcber ein Seil, das nicht in der H\u00f6he gespannt ist, sondern knapp \u00fcber dem Boden. Es scheint mehr bestimmt stolpern zu machen, als begangen zu werden. 2 Alle menschlichen Fehler sind Ungeduld, ein vorzeitiges Abbrechen des Methodischen, ein scheinbares [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"pagelayer_contact_templates":[],"_pagelayer_content":"","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-233","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/franzkafka.com.br\/acervo\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/233","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/franzkafka.com.br\/acervo\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/franzkafka.com.br\/acervo\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/franzkafka.com.br\/acervo\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/franzkafka.com.br\/acervo\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=233"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/franzkafka.com.br\/acervo\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/233\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":234,"href":"https:\/\/franzkafka.com.br\/acervo\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/233\/revisions\/234"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/franzkafka.com.br\/acervo\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=233"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/franzkafka.com.br\/acervo\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=233"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/franzkafka.com.br\/acervo\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=233"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}